Das besondere Profil der Liebfrauenschule in Dießen – eine katholische Schule nur für Mädchen

Die Liebfrauenschule in Dießen ist eine katholische Schule. Gestatten Sie daher vorab ein Zitat einer großen Heiligen, Philosophin und Pädagogin unserer Zeit, Edith Stein. Sie sagte in einem 1928 vor Lehrerinnen gehaltenen Referat zur Frauenfrage und Erziehung bilanzierend und zukunftsdeutend:

„Was ist die Krankheit unserer Zeit ?
Bei einer großen Zahl der Menschen ist es ein Mangel an Überzeugungen und Grundsätzen, ein haltloses Getriebensein. Das Heilmittel gegen diese Zeitkrankheit sind ganze Menschen, die feststehen auf Ewigkeitsgrund, unbeirrt in ihren Anschauungen und in ihrem Handeln unabhängig von wechselnden Modemeinungen.
Frauen, die ihre Persönlichkeit dergestalt entwickeln können, tragen dazu bei, dass sich positive Lebenskraft freisetzt und sich zukunftsgerichtet entfalten kann.“

„Ganzheitliche Bildung“ beinhaltet gewöhnlich neben der intellektuellen auch die spirituelle/religiöse, gefühlshafte/musische und leibliche/sportliche Seite des Wissens, des Lernens und der Bildung.

Das Spezifische unserer Mädchenschule soll Ihnen deshalb unter diesen Gesichtspunkten dargestellt werden.

1. Vermittlung von Wissen und Werten

Persönlichkeitsbildung bedarf der Vermittlung von Werten wie Disziplin und Ordnung, sowie soziales Engagement.

Zur Selbstverständlichkeit zählt es, dass sich das Lehrerkollegium gemeinsam an einem halbjährlich stattfindenden pädagogischen Tag, sowie in pädagogischen Konferenzen weiterbildet bzw. regelmäßig an fachspezifischen Fortbildungen teilnimmt.
Ebenso selbstverständlich werden alle Unterrichtstunden einer fehlenden Lehrkraft vertreten. Es fällt nie Unterricht aus.
Die Qualität unseres Unterrichts ist uns ein ebenso wichtiges Anliegen wie die Art und Weise unseres Umgehens miteinander. Die Schülerinnen sollen erleben, dass Lehrer untereinander ebenso freundlich, höflich und vertrauensvoll miteinander arbeiten, wie es auch von ihnen erwartet wird.

Schülerinnen und Klassenleitungen bemühen sich gemeinsam, ihr Klassenzimmer stets gemütlich und sauber zu halten. Das Klassenzimmer soll für die Schülerinnen „ihr“ Zimmer werden, das sie aktiv zu ihrem Lebensraum gestalten sollen, sei es durch jahreszeitgemäßem Blumenschmuck, Bilder oder dem täglichen Kehramt. Beim Ordnunghalten wird so eben nicht nur auf die Reinigungskräfte verwiesen, die am Nachmittag die Zimmer säubern.

Soziale Verantwortung lernen unsere Schülerinnen sicher auch durch unser Tutorensystem für die 5. Klassen. Es tut Schülerinnen der 9. und 10. Klassen gut, sich um die „Kleinen“ zu kümmern und sie in die neue Schule einzuführen. Manche Schülerinnen lernen hier zum ersten Mal ihre „Führungsqualitäten“ zu schätzen und für andere verantwortlich zu sein.

Seit dem Jahr 2001 Jahren läuft unser „Compassion – Projekt“, bei welchem allen Neuntklässlern ermöglicht wird, ein zweiwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung abzuleisten.

Die Stärkung der Klassengemeinschaft, aber auch das Kennenlernen unserer Heimat/Umgebung und Deutschlands wird unterstützt durch unsere Klassenfahrten.

2. Religiöse Angebote

Die Liebfrauenschule als eine christlich orientierte Schule sieht es als eine ihrer wichtigsten Aufgabe, religiöse Bildung zu vermitteln.Die Eltern unserer Schülerinnen haben zum größten Teil bewusst unserer Schule für die Ausbildung ihrer Mädchen gewählt. Ein Grund ist sicher auch die Vermittlung dieser christlicher Bildung, da die Eltern dies als Ergänzung ihrer eigenen Erziehungsarbeit sehen.
Daher gehören vielfältige religiöse Angebote, wie das Morgengebet, Gottesdienste, soziale, informative und meditative Elemente eingebunden in das Kirchenjahr, sicher als Fundament zu unserem Profils.

3. Pflege der musischen Fächer Musik, Theater, Sport,
Kunsterziehung und Werken

Schule muss die Entfaltung vieler Fähigkeiten eines jungen Menschen anregen, seine Entwicklung fördern und besondere Begabungen verstärken. Dabei geht es oft darum, noch unbekannte Fähigkeiten aufzudecken sowie Mut zu Neuem wachsen zu lassen.

Dieser Forderung gerecht wird wohl gerade das Angebot Orchester und Chor. Lange Tradition hat an unserer Schule auch die „Theater AG“.
Im Rahmen der Wahlpflichtfächergruppe III b bieten wir einen Zweig mit Schwerpunkt Kunst an.
Wahlfächer ergänzen das Bildungsangebot unserer Schule.
Die Projekttage am Ende des Schuljahres verknüpft mit der Projektpräsentation der 9. Klassen, die gerade die letzten Schultage attraktiver und gewinnbringender gestalten runden das Angebot ab.

Bei der Fülle dieser musischen Angebote müsste jede Schülerin in der Lage sein, ein für sie passendes zu finden und daran Freude zu haben.

4. Vorteile einer reinen Mädchenrealschule

Die Liebfrauenschule ist eine Realschule für Mädchen und möchte dies für die Zukunft bleiben. Es gibt gute Gründe, die für eine getrennte Unterrichtung von Mädchen und Jungen sprechen.
Die Lernerfolge von Mädchen in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik, Chemie, Informatik und Mathematik sind an reinen Mädchenschulen besser als an koedukativen Schulen, wie Untersuchungen beweisen.

Eine Mädchenschule bietet einen Schonraum besonders in der Pubertät, da sich die Mädchen unter ihresgleichen bewegen, und ein Konfliktfeld – die Beziehung zum anderen Geschlecht – das Lehren und Lernen nicht beeinträchtigt. 
Insbesondere in der Pubertät haben Mädchen ein anderes Lerntempo als gleichaltrige Knaben. In einer Mädchenschule kann auf dieses Lerntempo Rücksicht genommen werden.

In einer Mädchenschule kann der Unterricht in hohem Maße an die spezifischen Interessensschwerpunkte und an die Denk- und Arbeitsweise von Mädchen angepasst werden. Deshalb hat sich die Liebfrauenschule spezialisiert auf den Zweig II (Kernfächer: Deutsch, Englisch, Mathematik und Betriebswirtschaft/ Rechnungswesen) und Zweig III (Kernfächer: Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch oder Kunst).

Die Mädchenrealschule in Dießen ist die einzige Mädchenrealschule im Landkreis Landsberg/Lech und den anliegenden Landkreisen und damit ein Angebot für Eltern, die Ihre Mädchen an einer Mädchenschule unterrichten lassen wollen. Sie ergänzt damit das Angebot der gemischten Schulen in Landsberg, Weilheim und Fürstenfeldbruck, neben der reinen Knabenrealschule in Schondorf mit einer reinen Mädchenrealschule.

All dies schafft ein angenehmes Lernklima, das zu guten Abschlüssen führt und unseren Schülerinnen hilft, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Wir, das Lehrerkollegium der Liebfrauenschule, leisten diese Arbeit gerne und wünschen allen Schülerinnen, dass unsere Schule ihnen all das gut und fundiert vermittelt, was sie benötigen, um in Beruf und Gesellschaft zu bestehen und „ihren Platz im Leben“ zu finden. Wir wünschen ihnen, dass sie die Bildung und christliche Wertorientierung erhalten, die sie in ihrer Persönlichkeit anspricht, prägt, fördert und fordert.

„Frauen, die ihre Persönlichkeit dergestalt entwickeln können, tragen dazu bei, dass sich positive Lebenskraft freisetzt und sich zukunftsgerichtet entfalten kann.“, sagt Edith Stein. 

Wir wünschen unseren Mädchen, den Frauen der Zukunft, Freude am Leben und an der Verantwortung, in die sie jeweils gestellt werden.